Als der Wind mir ins Auge ging
Aktualisiert: 5. Sept.
Oder: Auch die schönste Aussicht hat ihren Preis.
Es gibt Tage, an denen die Welt einfach richtig ist.

Der Motor brummt tief und zufrieden, Papi sitzt am Steuer wie jemand, der weiß, wohin es geht, und ich – ich stehe im Landy, die Pfoten fest, den Kopf im Wind.
Surfen, nenne ich das.
Der Wind erzählt einem alles. Wer hier war. Wer gerade denkt, er sei wichtig. Welche Hündin vielleicht… also gut, das ist ein anderes Thema. Jedenfalls: Der Wind ist ehrlich.
Ich liebe das.
An diesem Tag war er besonders lebendig. Wir fuhren durch die Felder, vorbei an Wiesen, die nach Sonne rochen, und kleinen Wegen, auf denen man theoretisch auch hätte laufen können – aber warum laufen, wenn man fliegen kann?
Ich lehnte mich in die Kurven, ganz fließend. Mein Körper wusste genau, wie viel Gegendruck es brauchte. Papi fuhr gut. Er fährt immer gut. Wir waren ein Team. Der Wind und ich sowieso.
Und dann… kam dieser Moment.
Der Wind wurde für einen Augenblick anders. Nicht stärker. Eher wirbeliger. Er strich über mein Gesicht, als hätte er vergessen, dass Augen empfindlicher sind als Fell.

Ich blinzelte. Einmal. Zweimal. Es fühlte sich plötzlich so an, als säße ein winziges Sandkorn unter meinem Lid. Dabei war da gar nichts, glaube ich. Nur dieser trockene, scharfe Hauch, der das Auge reizte.
Ich schüttelte den Kopf. So, als könnte ich das unangenehme Gefühl einfach abschütteln. Der Wind rauschte weiter, völlig unschuldig, als hätte er mit alldem nichts zu tun.
Ich surfte weiter. Natürlich tat ich das. Man gibt den Wind ja nicht gleich auf, nur weil er einen einmal ein bisschen zu sehr umarmt.
Aber am Abend merkte ich es. Mein Auge fühlte sich… wach an. Zu wach. Es tränte ein bisschen. Ich blinzelte öfter. Ich versuchte, es mit der Pfote zu erreichen, aber Mami war schneller. „Nicht reiben, Boo.“
Ich setzte mich hin. Sah sie an. Ein bisschen vorwurfsvoll. Nur ein kleines bisschen.
Am nächsten Morgen war es deutlicher. Das Auge war verklebt. Nicht dramatisch. Aber auch nicht so, wie es sein sollte. Die Welt auf dieser Seite war leicht verschwommen, als hätte jemand einen Hauch Milch darüber gegossen.
Ich blinzelte langsam. Es war unangenehm. Nicht schlimm. Aber… störend.
Mami setzte sich zu mir. Sie nahm mein Gesicht in ihre Hände. Ganz sanft. Drehte es ein wenig ins Licht. „Hm“, machte sie. Dieses Hm, das gleichzeitig denkt und schon weiß.
Ich blieb still. Ich kann das. Wenn es darauf ankommt. „Eher wässrig“, sagte sie leise.
Papi kam dazu. Ich sah kurz zu ihm. Nur zur Absicherung. Er nickte mir zu. Alles gut.
Die Kügelchen kamen. Euphrasia, sagte Mami. Ich nahm sie.
Im Laufe des Tages wurde das Auge ruhiger. Das Tränen ließ nach. Das Brennen auch. Ich musste nicht mehr so oft blinzeln. Die Welt wurde wieder klarer, als hätte jemand den Schleier einfach weggenommen.
Ich legte mich in den Garten. Beobachtete die Straße. Eine Katze lief vorbei. Ich sah sie. Ganz scharf. Ganz deutlich. So musste das sein. Auf mein Abendessen hat Mami die Kügelchen dann auch wieder geworfen. Sie dachte, ich sehe es nicht. Sie wusste ja nicht, wie viel besser das Auge schon wieder war.
Am nächsten Tag war alles wieder gut. Und als wir wieder im Landy standen, der Wind schon wartete und ich meinen Platz einnahm, dachte ich kurz darüber nach, den Kopf vielleicht… ein kleines bisschen weniger weit hinauszustrecken.
Ich dachte darüber nach.
Dann ließ ich es.
Man kann den Wind nicht halb erleben. Aber manchmal erinnert er einen daran, dass selbst etwas Unsichtbares Spuren hinterlassen kann. Und dass es Wege gibt, die Welt wieder klar zu sehen.
Euer Boo
🐾
Mittelempfehlungen bei nicht-bakterieller Konjunktivitis:
Euphrasia C30 – bei wässrigem, reizendem Augenausfluss, juckend, z. B. nach Wind- oder Fremdkörperreiz
oder
Pulsatilla C30 oder c200 – bei eher cremigem, gelblich/grünlichem, mildem Augensekret
Im Akutfall alle 15 Minuten für eine Stunde, dann 3–4× täglich, bei milderem Verlauf 2× täglich - generell gilt: mit dem Zurückgehen der Beschwerden Einnahmehäufigkeit verringern.
Anwendung in eigener Verantwortung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte Rücksprache mit Tierarzt oder Therapeut.



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