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Der Abend, an dem ich zu viel wollte
Oder: Warum Genuss manchmal eine Grenze hat. Ich wusste, dass es ein besonderer Abend wird, als Mami den Kühlschrank länger offen ließ als sonst. Das ist ein Zeichen. Mami stand am Herd, es zischte, es roch nach… allem. Fleisch. Butter. Ein bisschen Weltglück. Und irgendwann fiel etwas. Direkt vor meine Pfoten. Ein kleines Stück Käse. Warm. Duftend. Perfekt. Ich sah es an. Es sah mich an. Ich tat, was getan werden musste. Mami schätzt es sauber in der Küche. Und da es aufwend

Boo
vor 6 Tagen


Der Tag, an dem Omama wieder weiter sehen konnte
Oder: Wie manchmal nicht alles wieder gut wird - aber gut genug. Ich mag Omama. Sie riecht nach weichen Pullovern, ein bisschen nach Kaffee und nach früher. Nach einer Zeit, die ich nicht kenne, aber die sich ruhig anfühlt. Wenn sie kommt, setze ich mich meistens neben sie. Nicht zu nah. Omama ist keine, die man überrennt. Sie ist eine, bei der man einfach da ist. Früher hat sie mich oft direkt angeschaut. So richtig. In die Augen. Menschen machen das ja manchmal – als wollte

Boo
18. Juli


Als der Wind mir ins Auge ging
Oder: Auch die schönste Aussicht hat ihren Preis. Es gibt Tage, an denen die Welt einfach richtig ist. Der Motor brummt tief und zufrieden, Papi sitzt am Steuer wie jemand, der weiß, wohin es geht, und ich – ich stehe im Landy, die Pfoten fest, den Kopf im Wind. Surfen, nenne ich das. Der Wind erzählt einem alles. Wer hier war. Wer gerade denkt, er sei wichtig. Welche Hündin vielleicht… also gut, das ist ein anderes Thema. Jedenfalls: Der Wind ist ehrlich. Ich liebe das. An d

Boo
12. Juli


Die Kunst der Verlaufsbeurteilung (2)
Oder: Was wir bei chronischen Erkrankungen erwarten dürfen. Wieder einmal hat Boo mir ein bisschen Platz eingeräumt, damit ich mit der begonnenen Serie zur Beurteilung von Behandlungsverläufen fortfahren kann. Im ersten Teil haben wir uns den Erwartungen in Bezug auf akute Beschwerden gewidmet. Heute geht es weiter mit der Behandlung chronischer Erkrankungen. Nachdem wir im ersten Teil über akute Beschwerden gesprochen haben, betreten wir nun ein ganz anderes Terrain. Denn ch

Cathrin Herzog
5. Juli


Der Stachel im Hals
Oder: Warum ich heute lieber „Seite“ gehe Der Sommer hat viele gute Seiten. Die Terrassentür steht offen. Der Wind trägt Düfte aus dem Garten herein. Mami sitzt draußen mit einer Tasse Tee, Papi werkelt irgendwo am Hang, und ich liege strategisch klug zwischen beiden, damit mir nichts Wichtiges entgeht. Wobei „nichts Wichtiges“ natürlich Auslegungssache ist. Für mich gehören dazu Rehe am Waldrand. Die Post. Frau J, wenn sie wieder so tut, als gehöre ihr unser Garten. Und leid

Boo
27. Juni


Der Baum, der nicht aufgab
Oder: Wie ein alter Maronenbaum und ein paar Mineralsalze Geschichte schrieben. Jetzt, da ich gerade darunter liege... Wir haben da diesen Baum. Eine Edelkastanie. Alt, würdevoll, groß – und sehr, sehr eigen. Im Sommer macht er Schatten wie ein Sonnenschirm aus Laub. Und im Herbst… macht er meist Ärger. Denn was runterfällt, sind keine Maronen. Sondern Mini-Maronchen. Winzige Stachel-Igel mit Betonherz. Kaum Fleisch dran, aber ordentlich Schmerz. Ich spreche aus Erfahrung. Ei

Boo
21. Juni


Der Igel unter dem Lavendel
Oder: Warum auch stachelige Wesen sanft behandelt werden müssen. Ich habe viele Aufgaben. Rehe im Blick halten. Plüschtiere umsorgen. Mamis Videokonferenzen überwachen. Aber an diesem Morgen… hatte ich eine neue Mission. Ich roch ihn zuerst. Erde. Laub. Und etwas ganz Eigenes. Ein bisschen wie alte Nüsse. Oder Abenteuer. Unterm Lavendelbusch, am Rand des Gartens – ein Igel. Winzig. Verletzt. Zitternd. Ich blieb still. Nicht bellen. Nicht jagen. Nur schauen. Und dann – ganz l

Boo
13. Juni


Toni im Schafspelz
Oder: Warum auch ein Wolf manchmal Schutz braucht – und ein bisschen Schaf hilft. Toni ist mein Wolf. Groß, grau, mit einem Schafsfell über den Schultern – fest vernäht, aber weich genug zum Träumen. Mami sagt, das sei Symbolik. Ich sage: es ist praktisch. So ist er weniger furchteinflößend. Aber Toni war nicht immer bei uns. Er lebte mal bei meinem Onkel. In Indien. Zur Gesellschaft und natürlich auch zum Schutz. Dort war es warm. Laut. Und einmal… auch gefährlich. Denn in e

Boo
6. Juni


Die Kunst der Verlaufsbeurteilung (1)
Oder: Was wir bei akuten Beschwerden erwarten dürfen. Normalerweise gehört dieser Platz Boo. Er erzählt Geschichten. Ich erkläre, was wir daraus lernen können. Deshalb ist zwischen seinen Beiträgen gelegentlich auch ein Artikel von mir zu finden. Darin geht es um Bioiatrie – die Wissensvermittlung zu klinischer Homöopathie – und um die Frage, wie wir Gesundheit, Krankheit und Behandlungsverläufe besser verstehen und beobachten können. Hier geht es konkret um eine dreiteilige

Cathrin Herzog
29. Mai


Der Ochse, der wieder stehen lernte
Oder: Warum manche Verbesserung Zeit braucht, die man sehen lernen muss. Manchmal gehen Mami und ich einen anderen Weg als sonst. Nicht in den Wald, wo die Rehe sind, und auch nicht an den Bach, sondern hinaus zu den Feldern, wo die Luft nach Heu riecht und nach Arbeit, die jeden Tag wiederkehrt. Ich mag diesen Weg. Er ist ruhiger. Und man trifft Wesen, die nicht viel sagen, aber viel meinen. An diesem Tag blieb ich schon stehen, bevor wir den Hof überhaupt sehen konnten. Etw

Boo
25. Mai


Der Tag, an dem Odelli seekrank wurde
Oder: Warum acht Arme nicht automatisch für Gleichgewicht sorgen. Es gibt Entscheidungen, die sich im Moment ihrer Entstehung sehr richtig anfühlen und sich erst später als… diskussionswürdig herausstellen. Diese gehörte dazu. Wir wollten in den Mini. Der Landy war gerade nicht verfügbar, was ich akzeptiere, solange die Alternativen angemessen sind. Der Mini ist anders, aber er hat seine Vorteile. Man ist näher beieinander, und ich kann meinen Kopf während der Fahrt sehr gut

Boo
18. Mai


Der Tag, an dem ich das Fressen vergaß
Oder: Wenn Liebe durch den Magen geht. Es begann, wie solche Dinge immer beginnen: mit einem Geruch, der nicht zu greifen ist, aber alles verändert. Wir waren im Wald, Mami und ich. Die Luft war kühl, der Boden weich, und irgendwo zwischen den Bäumen lag dieser eine Duft, der nicht hier war und doch überall. Ich blieb stehen, hob den Kopf und atmete tiefer ein. Da war sie. Ich hatte sie nie gesehen, aber ich wusste es sofort. Eine Hündin. Läufig. Ganz eindeutig. Ich vergaß de

Boo
10. Mai


Das kleine Wesen, das nicht wusste, wohin mit sich
Oder: Wenn Schmerz laut wird – und dann plötzlich still. Ich mag keinen unnötigen Lärm. Ich bin durchaus bereit zu bellen – gezielt, mit Haltung, wenn es angebracht ist. Post. Katzen. Unklare Bewegungen im Nachbargarten. Aber dieses Geräusch…dieses hohe, unruhige, immer wiederkehrende Wiiieeeen-Wuff-wieeieie…das kam mir nicht richtig vor. Es kam durch die Tür. Ich stand im Flur, wartete. Die Klingel hatte schon gesprochen. Ich hatte geantwortet. Deutlich. Dann ging die Tür au

Boo
1. Mai


Boo, das Steinpilzschwein
Oder: Warum manche Funde besser ungefressen bleiben. Ich bin kein Schwein. Das möchte ich gleich vorweg sagen. Aber ich habe eins in meiner Gang (Marunde), und die kennt sich aus mit Glück. Weshalb ich ehrlich gesagt nicht verstehe, warum Marunde nicht arbeiten muss. Immerhin heißt es Trüffelschwein. Und Trüffel sind ja auch Pilze. Ich dagegen bin... Steinpilzhund. Und das nicht von Geburt an - Mami und Papi haben mich darauf trainiert. "Such den Pilz", sagen sie. Und ich fin

Boo
25. Apr.


Sprezzatura mit "Zuckerkügelchen"
Oder: Warum klinische Homöopathie erstaunlich gut zum Maßanzug passt. Es gibt diesen Moment. Man steht bei einem Glas gutem Wein, das Gespräch ist klug, die Schuhe sind es auch – und irgendwann fällt das Wort „Homöopathie“. Es folgt eine Millisekunde Stille. Dann dieses leichte Amüsement. Dieses: Ach – das hätte ich jetzt nicht gedacht. Nicht gedacht? Warum eigentlich nicht? Vielleicht, weil Homöopathie hierzulande hartnäckig mit Reformhausästhetik verwechselt wird. Mit Teeda

Cathrin Herzog
18. Apr.


Der Parkplatz, der plötzlich laut wurde
Oder: Wenn ein Unfall alles durcheinanderbringt - und dann doch wieder sortiert wird. Die Strecke zu Omama ist lang. Sehr lang. 650 Kilometer sind für Menschen eine Zahl. Für mich sind es Gerüche, die sich langsam verändern. Wälder, die anders klingen. Luft, die sich neu sortiert. Ich fahre gern. Im Landy sowieso – ich klettere über meine Rampe hinein, drehe mich einmal im Kreis (für die Ordnung), und dann geht es los. Surfen nennt man das. Würdevoll gegen die Kurven lehnen,

Boo
21. März


Der Tag, an dem Flappi draußen blieb
Oder: Wenn Achtlosigkeit zu Kummer wird. Es war nicht meine Schuld. Wirklich nicht. Es war einer dieser warmen, goldenen Nachmittage, an denen Mami und ich im Garten waren, ich mit der Nase im Wind, sie mit den Händen in den Beeten. Der Sommer roch nach Thymian, Erde und ein bisschen… Langeweile. Also holte ich Flappi. Flappi ist meine Ente. Nicht irgendeine. DIE Ente. Wir haben Dinge erlebt. Flappi kommt mit, wenn ich aufgeregt bin. Oder müde. Oder wenn Besuch kommt, der mic

Boo
20. Feb.
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