top of page


Toni im Schafspelz
Oder: Warum auch ein Wolf manchmal Schutz braucht – und ein bisschen Schaf hilft. Toni ist mein Wolf. Groß, grau, mit einem Schafsfell über den Schultern – fest vernäht, aber weich genug zum Träumen. Mami sagt, das sei Symbolik. Ich sage: es ist praktisch. So ist er weniger furchteinflößend. Aber Toni war nicht immer bei uns. Er lebte mal bei meinem Onkel. In Indien. Zur Gesellschaft und natürlich auch zum Schutz. Dort war es warm. Laut. Und einmal… auch gefährlich. Denn in e

Cathrin Herzog
vor 2 Tagen


Der Ochse, der wieder stehen lernte
Oder: Warum manche Verbesserung Zeit braucht, die man sehen lernen muss. Manchmal gehen Mami und ich einen anderen Weg als sonst. Nicht in den Wald, wo die Rehe sind, und auch nicht an den Bach, sondern hinaus zu den Feldern, wo die Luft nach Heu riecht und nach Arbeit, die jeden Tag wiederkehrt. Ich mag diesen Weg. Er ist ruhiger. Und man trifft Wesen, die nicht viel sagen, aber viel meinen. An diesem Tag blieb ich schon stehen, bevor wir den Hof überhaupt sehen konnten. Etw

Boo
25. Mai


Der Tag, an dem Odelli seekrank wurde
Oder: Warum acht Arme nicht automatisch für Gleichgewicht sorgen. Es gibt Entscheidungen, die sich im Moment ihrer Entstehung sehr richtig anfühlen und sich erst später als… diskussionswürdig herausstellen. Diese gehörte dazu. Wir wollten in den Mini. Der Landy war gerade nicht verfügbar, was ich akzeptiere, solange die Alternativen angemessen sind. Der Mini ist anders, aber er hat seine Vorteile. Man ist näher beieinander, und ich kann meinen Kopf während der Fahrt sehr gut

Boo
18. Mai


Der Tag, an dem ich das Fressen vergaß
Oder: Wenn Liebe durch den Magen geht. Es begann, wie solche Dinge immer beginnen: mit einem Geruch, der nicht zu greifen ist, aber alles verändert. Wir waren im Wald, Mami und ich. Die Luft war kühl, der Boden weich, und irgendwo zwischen den Bäumen lag dieser eine Duft, der nicht hier war und doch überall. Ich blieb stehen, hob den Kopf und atmete tiefer ein. Da war sie. Ich hatte sie nie gesehen, aber ich wusste es sofort. Eine Hündin. Läufig. Ganz eindeutig. Ich vergaß de

Boo
10. Mai


Das kleine Wesen, das nicht wusste, wohin mit sich
Oder: Wenn Schmerz laut wird – und dann plötzlich still. Ich mag keinen unnötigen Lärm. Ich bin durchaus bereit zu bellen – gezielt, mit Haltung, wenn es angebracht ist. Post. Katzen. Unklare Bewegungen im Nachbargarten. Aber dieses Geräusch…dieses hohe, unruhige, immer wiederkehrende Wiiieeeen-Wuff-wieeieie…das kam mir nicht richtig vor. Es kam durch die Tür. Ich stand im Flur, wartete. Die Klingel hatte schon gesprochen. Ich hatte geantwortet. Deutlich. Dann ging die Tür au

Boo
1. Mai


Boo, das Steinpilzschwein
Oder: Warum manche Funde besser ungefressen bleiben. Ich bin kein Schwein. Das möchte ich gleich vorweg sagen. Aber ich habe eins in meiner Gang (Marunde), und die kennt sich aus mit Glück. Weshalb ich ehrlich gesagt nicht verstehe, warum Marunde nicht arbeiten muss. Immerhin heißt es Trüffelschwein. Und Trüffel sind ja auch Pilze. Ich dagegen bin... Steinpilzhund. Und das nicht von Geburt an - Mami und Papi haben mich darauf trainiert. "Such den Pilz", sagen sie. Und ich fin

Boo
25. Apr.


Sprezzatura mit "Zauberkügelchen"
Oder: Warum klinische Homöopathie erstaunlich gut zum Maßanzug passt. Es gibt diesen Moment. Man steht bei einem Glas gutem Wein, das Gespräch ist klug, die Schuhe sind es auch – und irgendwann fällt das Wort „Homöopathie“. Es folgt eine Millisekunde Stille. Dann dieses leichte Amüsement. Dieses: Ach – das hätte ich jetzt nicht gedacht. Nicht gedacht? Warum eigentlich nicht? Vielleicht, weil Homöopathie hierzulande hartnäckig mit Reformhausästhetik verwechselt wird. Mit Teeda

Cathrin Herzog
18. Apr.


Der Parkplatz, der plötzlich laut wurde
Oder: Wenn ein Unfall alles durcheinanderbringt - und dann doch wieder sortiert wird. Die Strecke zu Omama ist lang. Sehr lang. 650 Kilometer sind für Menschen eine Zahl. Für mich sind es Gerüche, die sich langsam verändern. Wälder, die anders klingen. Luft, die sich neu sortiert. Ich fahre gern. Im Landy sowieso – ich klettere über meine Rampe hinein, drehe mich einmal im Kreis (für die Ordnung), und dann geht es los. Surfen nennt man das. Würdevoll gegen die Kurven lehnen,

Boo
21. März


Der Tag, an dem Flappi draußen blieb
Oder: Wenn Achtlosigkeit zu Kummer wird. Es war nicht meine Schuld. Wirklich nicht. Es war einer dieser warmen, goldenen Nachmittage, an denen Mami und ich im Garten waren, ich mit der Nase im Wind, sie mit den Händen in den Beeten. Der Sommer roch nach Thymian, Erde und ein bisschen… Langeweile. Also holte ich Flappi. Flappi ist meine Ente. Nicht irgendeine. DIE Ente. Wir haben Dinge erlebt. Flappi kommt mit, wenn ich aufgeregt bin. Oder müde. Oder wenn Besuch kommt, der mic

Boo
20. Feb.
ALLE POSTS
bottom of page