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Der Abend, an dem ich zu viel wollte

26. Juli
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Sept.

Oder: Warum Genuss manchmal eine Grenze hat.



Ich wusste, dass es ein besonderer Abend wird, als Mami den Kühlschrank länger offen ließ als sonst. Das ist ein Zeichen.


Mami stand am Herd, es zischte, es roch nach… allem. Fleisch. Butter. Ein bisschen Weltglück.


Und irgendwann fiel etwas. Direkt vor meine Pfoten. Ein kleines Stück Käse.

Warm. Duftend. Perfekt.


Ein Stück Käse fällt verführerisch direkt vor Boos Pfoten, während er in der Küche Mami beim Kochen Gesellschaft leistet.

Ich sah es an.

Es sah mich an.

Ich tat, was getan werden musste. Mami schätzt es sauber in der Küche.

Und da es aufwendiger zu werden schien, setzte ich mich sicherheitshalber in die Nähe des Herds.

Nicht bettelnd. Einfach… anwesend. Mit Ausdruck.


Danach lief es. Mami sagte Dinge wie „Ach komm… nur ein kleines bisschen“ und „Er hat heute so lieb geguckt“. Das stimmt. Ich hatte lieb geguckt. Genauer gesagt gucke ich meistens lieb.

Demgemäß kam noch etwas. Und noch etwas. Und noch etwas, das eigentlich für Papi bestimmt war. Ich nahm alles höflich entgegen. Man möchte ja niemanden vor den Kopf stoßen.


Später lag ich im Wohnzimmer. Eigentlich lag ich nicht. Ich versuchte es. Ich legte mich hin. Stand wieder auf. Drehte mich. Legte mich woanders hin. Mein Bauch fühlte sich an, als hätte jemand beschlossen, darin Möbel umzustellen. Ohne Plan.


Boo liegt nach zu viel Essen zerknirscht da und spürt deutliches Unwohlsein im Bauch.

Ich seufzte. Laut. Mehrmals.

Papi sah mich an. Dieser Blick, der sagt: Ich weiß genau, was hier passiert ist.

„Selbst schuld“, sagte er ruhig. Ich tat so, als hätte ich nichts gehört.


Ich wollte schlafen. Wirklich. Aber ich konnte nicht still liegen.

Ich wollte zu Mami. Aber als sie mich streichelte, war mir das plötzlich auch zu viel.

Ich stand auf. Ging weg. Setzte mich wieder hin. Ich war… unausgeglichen.

Und das mag ich gar nicht an mir.


Endlich holte Mami das kleine Glas. Ich hob den Kopf nur leicht. Wollte nicht zugeben, dass ich hoffte. „Nux vomica C30“, sagte sie.

Ah.

Das ist das Mittel für die Momente, in denen man zu viel wollte und jetzt nicht mehr genau weiß, wohin mit sich.


Die Kügelchen lagen kurz auf meiner Lefze. Ich schluckte. Dann legte ich mich hin. Wirklich hin.


Es dauerte nicht lange. Mein Bauch… hörte auf, sich zu beschweren. Die Unruhe ließ nach. Ich atmete aus. Tief. Und rollte mich zusammen. So, wie es sich richtig anfühlt.


Am nächsten Morgen war ich wieder ich. Klar. Ruhig. Ein bisschen würdevoller als am Abend zuvor. Ich ging in die Küche. Setzte mich.

Mami sah mich an. „Heute nicht so viel, hm?“ Ich sah sie an. Guckte lieb.


Wir wussten beide, dass das eine Theorie war.

Wenn auch eine gute.



Euer Boo


🐾




Mittelempfehlung/Protokoll:

Nux vomica C30 – bei Überlastung durch/Beschwerden von "zu viel" (Futter, Reize, Genussmittel), Reizbarkeit, Unruhe, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit, Unwohlsein, Schlafstörungen – nach Bedarf


Anwendung in eigener Verantwortung. Homöopathie ersetzt im Ernstfall niemals die Konsultation eines (Tier-)Arztes.

 
 
 

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