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Der Parkplatz, der plötzlich laut wurde

  • Autorenbild: Boo
    Boo
  • 21. März
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Mai

Oder: Wenn ein Unfall alles durcheinanderbringt - und dann doch wieder sortiert wird.



Die Strecke zu Omama ist lang. Sehr lang.


650 Kilometer sind für Menschen eine Zahl. Für mich sind es Gerüche, die sich langsam verändern. Wälder, die anders klingen. Luft, die sich neu sortiert.


Ich fahre gern. Im Landy sowieso – ich klettere über meine Rampe hinein, drehe mich einmal im Kreis (für die Ordnung), und dann geht es los. Surfen nennt man das. Würdevoll gegen die Kurven lehnen, den Wind lesen, die Welt im Vorbeiziehen verstehen. Der Wind erzählt mir alles, was ich wissen muss. Kühe, Wald, Wasser, Autobahnkaffee.


Und am Ende: Omama.


Sie steht dann meistens schon in der Tür oder am Fenster. Und ich gehe zu ihr. Ruhig. Omama ist keine für wilde Begrüßungen. Sie ist eine für echtes Ankommen.


An diesem Tag war sie nicht da.


Die Tür war zu. Das Haus roch nicht nach Kaffee. Und Papi sprach mit Mami in dieser Stimme, die ruhig sein will, aber es nicht ganz schafft. „Krankenhaus“, sagte er.


Ich setzte mich. Das ist etwas, das ich gut kann, wenn etwas nicht stimmt.


Später habe ich verstanden, was passiert war. Supermarktparkplatz. Omama hatte eingekauft, alles ordentlich in den Wagen gelegt, alles so gemacht, wie man Dinge eben richtig macht. Dann brachte sie den Einkaufswagen zurück. Und genau da passierte es.


Ein Auto fuhr an. Zu schnell. Zu nah. Es erwischte sie. Omama fiel nach vorne. Mit dem Gesicht auf den Boden. Der Einkaufswagen rollte weiter – über ihren Fuß.

Ich mag keine Bilder von so etwas. Aber ich kann sie mir vorstellen.


Drei Tage später kam Mami ins Krankenhaus. Mit ihren kleinen Fläschchen. Ich war nicht dabei, aber ich kenne den Ablauf. Die ruhige Stimme. Die klare Entscheidung.


Arnica C200“, sagte sie. Wegen des Unfalls. Für die Blutergüsse. Für das, was zu heftig war.

Sie gab es ihr mehrmals am Tag.


Und noch etwas: Symphytum C200. Für die Knochen. Für das, was wieder zusammenwachsen muss.


Wenn Mami sofort da gewesen wäre, hätte sie zuerst Aconitum gegeben, habe ich später gehört. Für den Schock. Für diesen ersten Moment, in dem alles zu viel ist.

Aber manchmal kommt Hilfe eben ein paar Tage später. Und dann fängt man dort an, wo man steht.


Als ich Omama das erste Mal wieder sah, blieb ich kurz stehen. Ihr Gesicht war blau und dunkel um die Augen herum. Nicht ein bisschen. Richtig. Als hätte jemand dort gemalt, ohne zu fragen. Ich ging langsam zu ihr. Sie lächelte.„Hallo Boo.“ Ich legte meinen Kopf vorsichtig an ihre Hand. Ganz vorsichtig. Sie strich über mein Fell. Ein bisschen langsamer als sonst.


Die nächsten Wochen passierte etwas, das ich sehr mag: Es wurde jeden Tag ein kleines bisschen besser. Nicht spektakulär. Aber sichtbar.


Die Farben in ihrem Gesicht verschwanden nach und nach. Das Blau wurde gelb, dann heller, dann… einfach wieder Haut.


Der Fuß heilte. Sehr schnell, sagten sie. Der Arzt war überrascht. Fünf Wochen – und die Brüche im Mittelfuß waren fast verheilt. Ich weiß nicht genau, wie lange so etwas sonst dauert. Aber ich habe verstanden, dass es für eine alte Dame mit Osteoporose ungewöhnlich ist.


Als wir das nächste Mal zu ihr fuhren, stand sie wieder selbst an der Tür. Langsam. Aber sicher. Ich stieg aus dem Landy, streckte mich kurz (für die Würde), und ging zu ihr.

Diesmal schnurstracks. Sie beugte sich ein kleines Stück zu mir herunter. „Na, du großer Junge.“ Ihre Hand fand meinen Kopf sofort. Kein Suchen. Kein Zögern.


Ich habe an diesem Tag etwas gelernt.


Unfälle passieren schnell. Ohne Ankündigung. Ohne Sinn.


Aber Heilung… die darf sich Zeit nehmen. Und trotzdem zügig sein. Die Kügelchen sind klein. Das weiß ich. Aber manchmal reichen kleine Dinge, um große Unordnung wieder gerade zu rücken.


Ich blieb noch einen Moment bei Omama stehen. Nur um sicherzugehen, dass alles wieder da ist, wo es hingehört.


Sie. Ich. Und die Welt dazwischen.



Euer Boo


 🐾




Protokolle:

Arnica C200 – bei Unfallfolgen, Prellungen, Hämatomen, Schmerzen nach Trauma – alle 3-12 Stunden nach Bedarf im Akutfall, mit zunehmender Besserung Einnahmehäufigkeit reduzieren


Symphytum C200 - zur Unterstützung der Knochenheilung, besonders bei Brüchen und Verletzungen im Augenbereich - 2x täglich bis zur vollständigen Genesung


(Hinweis: Bei sofortiger Gabe nach Unfall zusätzlich initial Aconitum c200 bei Schockzuständen sinnvoll.)


Anwendung in eigener Verantwortung. Homöopathie ersetzt im Ernstfall niemals die Konsultation eines (Tier-)Arztes.



 
 
 

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