Toni im Schafspelz
- Cathrin Herzog

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Oder: Warum auch ein Wolf manchmal Schutz braucht – und ein bisschen Schaf hilft.
Toni ist mein Wolf. Groß, grau, mit einem Schafsfell über den Schultern – fest vernäht, aber weich genug zum Träumen. Mami sagt, das sei Symbolik. Ich sage: es ist praktisch. So ist er weniger furchteinflößend.
Aber Toni war nicht immer bei uns. Er lebte mal bei meinem Onkel. In Indien. Zur Gesellschaft und natürlich auch zum Schutz. Dort war es warm. Laut. Und einmal… auch gefährlich.
Denn in einer Nacht brach jemand in die Wohnung ein. Menschenstimmen. Gepolter. Aufregung. Und Toni, der das alles miterlebte – stumm, wie immer, aber ganz sicher nicht unberührt.

Als er 1 Jahr später wieder bei uns einzog, wäre ich vor Aufregung am liebsten auf ihn zu gerannt. Bin ich natürlich nicht, denn das passt nicht zu einem coolen Akita.
Heute denke ich 'Gott sei Dank', denn auch wenn ich das Gefühl hatte, dass Toni mich vor Freude ein bisschen angegrinst hat, war er… anders. Ruhig, ja. Aber innerlich angespannt. Lag er mal auf dem Boden und es fiel etwas herunter – zuckte er. Bei lauten Stimmen – zuckte er.
Ich kenne das. Diese inneren Schatten.
Wenn man das Zittern nicht zeigen will, aber es trotzdem da ist.
Mami wusste natürlich, was in Indien geschehen war, und verstand es sofort. 'PTBS', sagte sie. 'Toni braucht Hilfe.'

Am dritten Morgen lag er anders. Weicher. Nicht mehr ganz so zusammengezogen. Und als die Müllabfuhr kam, hob er nicht mal den Kopf. Ich glaube, er fühlte sich zum ersten Mal… wieder sicher.
Sein Schafspelz ist geblieben. Symbolik, klar. Aber auch Schutz. Denn manchmal hilft es, wenn man außen sanft ist – bis man sich innen wieder traut, laut zu heulen.
Euer Boo
🐾
Mittelempfehlung:
Aconitum C200 – bei Schock, Schreck, Panik, seelischer Erschütterung, Nachwirkungen von traumatischen Erlebnissen, Posttraumatischer Belastungsstörung – 2× täglich für ein paar Tage, bis es deutlich besser geht, in akuten Fällen auch öfter. Gegebenenfalls nach Bedarf wiederholen.
Ob Plüschtier, echter animalischer oder menschlicher Begleiter.
Anwendung in eigener Verantwortung. Homöopathie ersetzt im Ernstfall niemals die Konsultation eines (Tier-)Arztes.



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